Der Kampf gegen Handelsmauern wird immer wichtiger

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Freie Marktzugänge sind überlebenswichtig für eine exportstarke Branche wie den Maschinenbau. Trotz vieler Hemmnisse konnten die Unternehmen ihre Ausfuhren nochmals deutlich steigern. Zunehmender Protektionismus rund um den Globus bedroht diesen Erfolg.

Die Maschinenbauer in Deutschland haben trotz vieler Verunsicherungen auf dem Weltmarkt ihre Exporte 2018 deutlich gesteigert. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr Maschinen und Anlagen für 177,8 Milliarden Euro ausgeführt – ein Plus von 5,3 Prozent zum Vorjahr (169 Milliarden Euro).

Das Rennen der beiden größten Exportmärkte für den Maschinenbau entschieden am Ende die USA knapp für sich. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten legten 2018 um 7,1 Prozent auf 19,25 Milliarden Euro zu. Das bedeutete einen Anteil von 10,8 Prozent an den gesamten Maschinenexporten. Ganz knapp dahinter landete China mit einem Zuwachs von 9,6 Prozent auf 19,06 Milliarden Euro (Anteil: 10,7 Prozent). Größte Absatzregion blieb auch im vergangen Jahr Europa.

Vier von fünf Maschinen gehen ins Ausland

Die Exportquote der Maschinenbauer liegt bei 79,2 Prozent. Vier von fünf Euro verdienen die Unternehmen im Ausland. Und sichern damit mehr als 600.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Freier Handel ist für den Maschinenbau- und Anlagenbau daher von existenzieller Bedeutung.

Und die Bedeutung des Außenhandels wächst: In den nächsten 20 bis 30 Jahren entstehen 90 Prozent der globalen Nachfrage außerhalb Europas. Das Thema Freihandel wird daher in den nächsten Jahren noch wichtiger. Freihandelsabkommen mit großen Märkten wie den USA oder den südamerikanischen Mercosur-Staaten würden den Export deutlich erleichtern. Der Maschinenbau, als integraler Teil der deutschen Wirtschaft, würde enorm davon profitieren.

 

 

 

Gefahren durch Protektionismus und Handelsschranken

Rund 35 Prozent der Exporte des Maschinenbaus gehen bereits heute in Länder mit hohen Einfuhrhürden. Die aktuellen protektionistischen Tendenzen in vielen Ländern gefährden den freien Handel und damit auch Arbeitsplätze im Maschinenbau in Deutschland und bei den Tochtergesellschaften im Ausland.

 

 

 

Wichtige Märkte schotten sich ab oder erschweren den internationalen Austausch von Waren zunehmend. „Die handelspolitische Großwetterlage ist schwieriger geworden. Nationalisten und Protektionisten in aller Welt rüsten sich, den Handel zu erschweren. Dagegen müssen wir uns stellen, denn unser Wohlstand und unsere Arbeitsplätze sind sonst gefährdet“, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann.

Nationalisten und Protektionisten in aller Welt rüsten sich, den Handel zu erschweren. Dagegen müssen wir uns stellen, denn unser Wohlstand und unsere Arbeitsplätze sind sonst gefährdet.

Bedeutung des Freihandels für Mittelständler

84 Prozent der europäischen Exporte kommen von mittelständischen Unternehmen. Diese haben häufig nicht die Kapazitäten, im Ausland zu investieren und dort ihre Maschinen und Anlagen fertigen zu lassen. Mittelständische Unternehmen treffen protektionistische Maßnahmen häufig am Härtesten. Sie sind daher auf einen funktionierenden Freihandel angewiesen. Erst der Freihandel ermöglicht ihnen, ihre wirtschaftliche Stärke am Standort Europa zu festigen und sich im internationalen Wettbewerb zu positionieren.  

Multivac als Praxisbeispiel – Vom Allgäu in die Welt 

Ihre Produkte nutzt fast jeder, doch ihre Maschinen kennen nur Profis: Das Unternehmen Multivac fertigt komplette Verpackungsanlagen für Lebensmittel, sterile Medikamente und Konsumgüter. Der Maschinenbauer ist so erfolgreich, dass aus der Garagen-Gründung im kleinen Dorf Böhen im Allgäu inzwischen ein „Global Player“ mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz pro Jahr wurde.

Der Monteur Marco Jäger („Der perfekte Tag ist derjenige, an dem ich mich auf meinen Auftrag in China am nächsten Tag vorbereite“) und der Auszubildende Manuel Heckelsmiller („Meine gute Ausbildung sichert mir eine langfristige Perspektive“) berichten aus dem heutigen Multivac-Stammwerk Wolfertschwenden, wie international sie auch am deutschen Alpenrand  arbeiten. Selbst kleine Forscher im örtlichen Kindergarten profitieren vom weltweiten Handel und Erfahrungsaustausch der Maschinenbauer von Multivac. Mehr dazu ...

Kampagne "Danke Freihandel"

Um ein klares Zeichen für offene Grenzen und gegen neue Mauern zu setzen, hat der VDMA zusammen mit seinen Mitgliedsfirmen die Kampagne „Danke, Freihandel“ in den sozialen Medien ins Leben gerufen. Gezeigt wird, wie die Menschen in Deutschland, aber auch in den Exportländern der deutschen Industrie im täglichen Leben von freiem Handel profitieren.

 

Zugleich soll die Kampagne zur Diskussion einladen – untereinander und mit dem VDMA. „Wir wollen die Menschen mit der Kampagne begeistern, sich wieder für den freien Handel einzusetzen. Und je mehr mitmachen, desto besser“, appelliert Brodtmann.

Links zur Kampagne